, Markku Virtanen

Endlich Frühlingsgefühle!

Den Winter lassen wir in der Schweiz langsam aber sicher hinter uns, die Tage werden länger und die Temperaturen gehen endlich nach oben.

Da der Winter in Pelkosenniemi weiter voll da ist und einem die Minustemperaturen nur so um die Ohren fliegen, bin ich froh, konnte ich mal wieder in der Schweiz vorbei schauen. Die Knospen an den Bäumen zeigen mir, dass der Frühling vor der Türe steht und so steigt die Stimmung. So hoffte ich heute Morgen, dass die Laune während dem Vormittag gut blieb und nicht von einem Unhockeyspiel verdorben wird. Kurz vor zehn Uhr betrat ich die Funkloch-Halle in Zumikon und gesellte mich zu den vielen Fans der Lions, welche zahlreich im Farlifang erschienen sind.

Auf ein kühles Bier verzichtete ich vorerst, denn ich bemerkte dass auch bei den Fans der Lions leichte Katerstimmung herrschte. "Weisst du Markku, wir waren gestern noch etwas an der Fasnacht", erzählte man mir mit bedeckter Stimme. Na gut, so gab ich mich mit einem Cola Zero zufrieden. Aber auch damit konnte ich bald einmal anstossen, den durch gutes Vorchecking eroberten sich die Löwen den Ball, spielten einmal quer und trafen zur 1:0 Führung. Erittäin hyvin tehty! Und dem nicht genug, setzten die Löwen nach und erhöhten auf 2:0, sie liessen nicht locker! Auch die leicht verschlafenen Zeitgenossen um mich herum trauten ihren Augen nicht, so was gab es schon lange nicht mehr. Obwohl der Gegner der Lions gegen das Ende des ersten Drittels etwas auftaute, hielt Meilen die Null auf ihrer Seite stehen und ging mit einer verdienten Führung in die Pause. 

Mit einem Capuccino (oder dergleichen) bewaffnet, wartete ich gespannt auf den Start des zweiten Drittels. Bevor dieses startete, lauschte ich noch den heiteren Fasnachtsgeschichten aus Meilen. Leider gibt es einen solchen Brauch bei uns in Pelkosenniemi nicht. Aber item, nun zurück zu diesem heissen Spiel, welches uns gezeigt wurde. Meilen blieb ihrer Linie treu, verteidigte mit viel Einsatz und kam offensiv immer wieder zu guten Chancen. Kurz vor Spielmitte stimmte die Zuteilung des Gegners überhaupt nicht, was den Löwen das 3:0 ermöglichte. Eiskalt nutzten sie diese Situation aus. Und ans Nachlassen dachte wohl niemand der Schwarz-Gelben, keine fünf Minuten später erhielt Meilen einen Penalty zugesprochen und dieser wurde durch Meilens Nr. 7 wunderbar verwandelt. Die Anhänger der Löwen und ich kamen aus dem Jubeln fast nicht mehr raus. Auch die Fasnachts-Gäste tauten langsam auf und surften mit den Nüchternen auf der Euphorie-Welle. Danach machte der Zeiger keine zwei ganzen Umdrehungen bis die Löwen erneut jubeln konnten. 5:0, was für ein Statement, da spriessen nicht nur die Knospen an den Bäumen... Während ich gedanklich schon an meinem Pausen-HotDog herumstudierte trafen auch die Falcons ein erstes Mal und so ging es mit einem komfortablen 5:1 in die zweite Pause.

"Ich habe dich lange nicht gesehen Marrku, hast du den Glauben an die Löwen verloren?" fragte man mich in der Pause. "Nein nein, es war nur viel los bei uns im hohen Norden! Ich und den Glauben verlieren? Auf keinen Fall! Diesen Löwen traue ich noch einiges zu in dieser Saison." "Ich auch", pflichtete mir mein Gesprächspartner zu. 

Die Löwen kamen im 3.Drittel vermehrt unter Druck und die Falcons auch immer wieder zu Grosschancen. Doch Meilens Goalie (der Blau-Weisse), hatte seinen Einfluss, dass bisher erst ein Gegentor fiel. Etwas mehr als zehn Minuten vor dem Ende wurde es dann noch etwas wild im Farlifang und es blinkten einige Strafen auf der Matchuhr auf. Meilen überstand die Situation zwar schadlos, allerdings nur so lange bis beide Teams wieder komplett waren. Dann schlug es doch noch ein zweites Mal ein, jetzt aber bitte nicht nervös werden, dachte ich mir. "Das wäre wieder typisch Meilen" sagte eine der Fasnächtlerinnen unter mir. Doch die Falcons mussten eine weitere Strafe hinnehmen und während dieser erlösten die Löwen die angespannten Nerven. 6:2! Und kurz danach fiel auch noch das 7:2, tuo on hullua! So hat sich mein Sonntagsausflug in das verschlafene Zumikon ja reichlich ausbezahlt. Ganz fertig war das Spiel noch nicht. Meilen bediente sich anschliessend noch am Regelbuch und setzte das ihnen zur Verfügung stehende TimeOut ein, was einigen Falken gar nicht passte und die 30 Sekunden deshalb nicht auf beiden Seiten gleich effizient genutzt wurden. Nun ja was solls, am Spielstand änderte diese Aktion nichts mehr und so brachten die Löwen diesen Sieg in trockene Tücher. Mikä ilo! 

Der Frühling ist also tatsächlich da. Und wie es scheint, tut er auch Meilen richtig gut. Zwei Spiele stehen noch aus und man darf gespannt sein, was bis Ende März am besten blüht. Nädään Meilen.