, Markku Virtanen
Drei geteilte Gruppe fünf
Das WEF in Davos ist also vorüber und so ist auch die Schaltzentrale Dübendorf nicht mehr gleich interessant, wie sie es vor einer Woche noch war. Einige Stapel Absperrgitter und Planen liegen noch neben dem Flugplatz, sonst ist bereits wieder alles aufgeräumt. Und da der neue Sportkomplex an der Dübendorferstrasse noch nicht fertig gebaut ist, blieb mar nichts anderes übrig, als pünktlich in die alte Militärhalle zu stapfen. Da stand gestern Nachmittag ein weiteres Spiel der Lions auf dem Programm und da mein Besuch in der Schweiz noch etwas andauert, liess ich mir das nicht entgehen. Ausgerüstet mit Kaffee und Nussgipfel nahm ich auf den ausgemusterten Theaterstühlen Platz und wartete gespannt auf den Anpfiff.
Vor lauter Vorbereitungen auf das WEF verpasste ich die letzte Runde der Lions in Egg. Und mit verpasst meine ich verpasst! Da entging mir ein richtiger Unihockeyleckerbissen, was ich ich bitter bereue. Das im Herbst noch angeschlagene Meilen trat in Egg selbstbewusst auf, was ich beim Nachschauen des Streams erfreut feststellte. Sie forderten den Leader über 70 Minuten in allen Belangen und gingen am Schluss als verdienter Sieger vom Platz. Hienoa!
Ja und so hoffte ich auch gestern auf ein so erfreuliches Spiel. Meilen startete erneut gut in die Partie und man erkannte kaum, dass hier ein Team von der vorderen Tabellenhälfte gegen eines aus der hinteren Tabellenhälfte spielte. Trotz Führung der Hellblauen wusste Meilen zu reagieren und glich die Partie noch vor der ersten Pause aus, was ganz und gar nicht unverdient war.
Da es mir der Nussgipfel von vor der Partie angetan hatte, erlaubte ich mir noch einen zweiten und entdeckte beim Durchwandern der Halle in der Pause einige Anhänger der Lions. Schön wie dieses Team trotz der momentan schwierigen Situation immer auf viel Unterstützung zählen kann. Meilen spielte dann auch im zweiten Drittel gut mit und kam auch immer wieder zu Chancen, welche aber leider noch nicht weiter verwertet wurden. Bassersdorf, der gestrige Gegner, ging vor Spielmitte leider erneut in Führung. Statt sich dann auf den Ausgleich zu konzentrieren, diskutierten einzelne Meilemer in einer Situation lieber mit dem Schiedsrichter, was letztlich dazu führte, dass man sich plötzlich einem Zwei-Tore-Rückstand gegenübersah. Se on todella sääli. Meilen steckte den Kopf aber nicht in den Sand und kämpfte aufopferungsvoll weiter. Und dies wurde dann doch mit dem zweiten Treffer belohnt, was durchaus verdient war.
In der zweiten Pause verzichtete ich auf einen dritten Nussgipfel und versuchte den ein oder anderen Blick auf die neue riesen Sporthalle zu werfen. So etwas müsste bei uns in Nordfinnland auch mal gebaut werden, das wäre ein Fest. Vor lauter Staunen verpasste ich sogar die ersten paar Minuten des dritten Drittels, doch etwas Nennenswertes schien ich nicht verpasst zu haben. Meilen brachte sich dann selbst in die Bedrouille, in dem sie denn Bassersdorfern ein Powerplay herschenkten. Und ja plötzlich kullerte der weisse Kobold in diesem Powerplay über die Linie. Etwas unglücklich für Meilen, obwohl man defensiv sehr gut arbeitete und auch der Goalie der Lions viel Zunichte machte. Bassersdorf nahm anschliessend auch eine Strafe, welche von Meilen aber nicht genutzt wurde. Erneut schwächte man sich in einer vielversprechenden Situation selbst und nahm selbst ein weitere Strafe, als sich auf den so wichtigen Anschlusstreffer zu konzentrieren. Ich verstand die Welt nicht mehr und nahm ein paar Stuhlplätze neben mir den ein oder anderen Ausruf der Meilener Fans war. Absolut unverständlich, dass man sich heute zum zweiten Mal selbst aus dem Spiel nimmt. Ja und so endete die Partie ein paar Minuten später mit einem unglücklichen 2:4 aus Sicht von Meilen.
Der Jubel der Bassersdorfer zum Ende der Partie zeigte, wie viel ihnen dieser Sieg bedeutete und wie eng es eigentlich über 60 Minuten war. Meilen ist sicher auf einem guten Weg und erschafft sich in dieser Rückrunde verdient den Respekt. Doch hin und wieder würde dem Team etwas mehr Feingefühl gut tun. Ich stärkte mich für den Heimweg mit einem weiteren Nussgipfel, dieses Mal auch etwas aus Enttäuschung und nicht aus Genuss, so fest hätte ich den Löwen einen weiteren Punktgewinn gegönnet. Aber das kommt, wenn die Spaghetti offensiv noch etwas länger werden und wieder mehr Tore erzielt werden, dann kann nichts mehr schief gehen.
Die Tabelle der Gruppe fünf präsentiert sich durchaus interessant. Ein Trio vorne Weg, ein Duo in der Verfolgung und ein Trio dicht dahinter. Mal schauen, was für Meilen in den kommenden fünf Spielen noch möglich ist.
Nädään Meilen.