, Markku Virtanen

Neues aus Meilen

Nach einer turbulenten und eher weniger erfolgreichen Hinrunde, startete das Herren 1 der Lions vor Weihnachten in die Rückrunde.

Kurz vor den Festtagen liess ich mir es nicht entgehen, noch einmal schnell in Meilen für ein Unihockeyspiel vorbeizuschauen. Nach dem ich mein Seminar zu den neuen Knieprothesen in Bregenz überstanden hatte, traf ich am gestrigen Samstagnachmittag pünktlich in der Allmend ein.
 
Mit einem kühlen Bier bewaffnet stellte ich mich auf Höhe Mittellinie und wartete gespannt auf den Anpfiff. Die Lions legten gleich gut los, doch auch der Gegner ging das sportliche Tempo sogleich mit. Sofort fiel mir auf, dass bei den Löwen wieder einmal der «blau-weisse» Torhüter im Tor Platz nahm. Er spielte auch vor circa einem Monat in Egg, als ich das letzte Mal vor Ort war, damals allerdings nur 20 Minuten. Mal schauen ob er dieses Mal eine längere Schicht gebucht hat. Ich war gut unterhalten von der Partie, das Tempo war hoch und auf beiden Seiten wurden erste gute Chancen verzeichnet. Kurz nach Drittelsende klärte der Torhüter der Gäste einen Angriff von Meilen, schleuderte den Ball dann aber direkt in die Beine eines Meileners und der Jungspund verwertete dieses Geschenk direkt zur Führung des Heimteams. Der Jubel in der Halle war gross und das Team sprintete für den gemeinsamen Jubel erleichtert aufs Feld. Noch vor der Pause erhöhte das Heimteam auf 2:0, nach dem sie tief in der gegnerischen Hälfte nicht locker liessen und dem Gegner den Ball direkt wieder abnahmen. Meilen wirkte im Vergleich zu den letzten Partien wie verwandelt und zockte das echt clever.
 
Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung ging es für Meilen in die erste Pause und ich sah mir etwas ernüchtert die Tabelle der Gruppe 5 auf meinem finnischen Nokia X30 an. Ich hätte mein Telefon am liebsten umgedreht, dann wäre Meilen wenigstens an der richtigen Position in der Tabelle gewesen. Hirtehishuumori. Und während ich da so stand, fiel mir plötzlich auf, dass unten auf dem Feld zwei Coaches das Geschehen des ersten Drittels besprachen. Aber wer sind denn die beiden, fragte ich mich. Die nette Dame neben mir bemerkte meinen verwunderten Blick und klärte mich auf: «Das sind die Coaches von letzter Saison, die wurden jetzt scheinbar reaktiviert…». Na gut, mir solls recht sein, wenn das der Grund für die Leistungssteigerung war, dann umso besser. Ich werde das natürlich noch etwas genauer verfolgen. Mit einem «Paljon kiitoksia» verabschiedete ich mich für ein Pausenbier von meiner Gesprächspartnerin.
 
Ja und tatsächlich, auch im zweiten Drittel spielte Meilen richtig gutes Unihockey. Es erinnerte mich ein wenig an das Cup-Spiel im Juni, als ich das erste Mal in der Allmend zu Gast war. Da war Tempo drin, Wille und auch hin und wieder ein gefährlicher Abschluss. Leider gelang es den Meilenern aber nicht, weitere Tore zu erzielen, was mich etwas missmutig werden liess. Denn ein weiteres Tor hätte dem Heimteam sicher ganz gut getan, immerhin handelte es sich beim Gegner heute um einen direkten Konkurrenten um die hinteren Plätze. Und so kam es wie es kommen musste, Meilen liess ein Powerplay ungenutzt und kurz vor der Pause trafen die Gäste aus der Stadt tatsächlich zum 2:1 Anschlusstreffer. Ich war schon beinahe auf dem Weg um mir ein neues Bier zu holen, als die Gäste ein erstes Mal jubelten. «Perkele
 
Mit meinem frischen Bier, leider nur halb gekühlt, stand ich kurz danach oberhalb der Treppe und sah mir die Gladiatoren des Geschehens mal etwas genauer an. Und dann kamen tatsächlich auch die neuen alten oder alten neuen (wie auch immer) Trainer die Treppe hoch. Und erst da merkte ich, dass der eine Trainer hin und wieder auch den Job des Ersatzgoalies einnimmt. Ich wünschte mir, bei uns im hohen Norden wären einige unserer Vereinsmitglieder so vielfältig einsetzbar.
 
Das dritte Drittel startete und meine blonde Gesprächspartnerin machte kurz bei mir Halt: «So Markku, bist du zuversichtlich? Ich schon, da läuft jetzt einiges anders als noch vor einer Woche», sagte sie. Und ja doch, auch ich war zuversichtlich. Meilen startete wieder gut ins Drittel, hielt dem Druck der Stadtzürcher stand, doch leider konnten sie nicht weiter auf drei Tore erhöhen. Und dies wurde dann doch bereits sehr früh im Drittel bestraft. Mit einem Schuss von hinter der Mittellinie überlisteten die Gäste die ganze Hintermannschaft von Meilen und konnten so mit etwas Glück über den Ausgleich jubeln. Das darf doch nicht wahr sein, dachte ich mir. Und wenn ich seeseits schaute, ging es einigen Meilenern genau gleich. Immerhin brachten sie das 2:2 mit einer starken kämpferischen Leistung über die Zeit und erspielten sich so einen Punkt. Na dann gibt’s jetzt sicher noch den Zusatzpunkt, hoffte ich.
 
Mit einem HotDog gestärkt war ich bereit für die Verlängerung, die zu meinem Schock aber nur kurz dauerte. Irgendwie war man sich da in der Hintermannschaft der Lions nicht einig und bevor dies ganz geklärt war, schlug es bereits ein drittes Mal im Tor des Heimteams ein. Niin masentavaa. Es war wirklich nicht das Unihockeyjahr des Herren Teams, wie schade. Dabei konnten sie mit der Leistung von gestern echt zufrieden sein. Ich verabschiedete mich dann ziemlich rasch über den Nordausgang der Halle und hoffte, nicht wieder als Schuldiger hingestellt zu werden.
 
Ich wünsche allen Unihockeyverliebten Meilenern eine schöne Weihnachtszeit und hoffe sehr, dass das 2026 wieder erfolgreicher wird. Ich bin guten Mutes. Der Eindruck gestern stimmte mich deutlich positiver, als in anderen Spielen. Nun widme ich mich mal meinem Kurskalender fürs 2026 und überlege, wann ich den nächsten Flug in die Region Zürich buchen werde.
 
Nähdään Meilen.