, Härter Willy

Und täglich grüsst das Murmeltier

Zugegeben, das Sprichwort mit dem Murmeltier hinkt etwas, da Embrach und die Lions nicht innert Tagesfrist sondern innert Wochenfrist nochmals gegeneinander spielten. Am Resultat änderte dies allerdings leider nur wenig.

Apropos hinken, Willy Härter hatte beim Betreten der Farifanghalle am Sonntagmorgen auch schon eine bessere Figur hinterlassen. Und dies lag nicht an der Maskenpflicht in der Halle, sondern daran, dass er in seinem Alter zusammen mit Corsin Caviezel am Tag zuvor auf dem Stadtzürcher Turbinenplatz noch stundenlang an einer Demo gegen Maskenpflicht unterwegs war. Auf der dort aufgebauten Tribüne war unter anderem auch Komiker Marco Rima aufgetreten um seinen Ruf als "Covidioten" (zumindest gemäss Presse) zu feiern. 

Das "Idiotenimage" wollten die Lions im "Wiederholspiel" gegen Embrach hingegen eher loswerden. Dieselben Protagonisten standen sich schon wieder gegenüber, einfach nur um eine Woche gealtert und auf einer anderen Unterlage. Und die Partie begann unter den Argusaugen der beiden Unihockeydetektive Härter und Caviezel genauso wie sie sich auch schon vor sieben Tagen zugetragen hatte. Embrach legte vor, Meilen glich kurze Zeit später aus. Für den Ausgleichstreffer war wiederum Hartmann besorgt, welcher den Ball in gleicher Manier in den Kasten "stocherte". Leider zum letzten Mal. Trotzdem spielten die beiden Teams im ersten Spielabschnitt noch einigermassen auf Augenhöhe und verschwanden mit einem 1:3 in der Garderobe. Härter thematisierte in der Pause den Spielausfall der Appenzeller Frauen in der NLB. Warum wurde eine Spielerin ohne Symptome getestet? Das positive Ergebnis führte schliesslich zur Quarantänisierung der ganzen Mannschaft, so dass die Partie nicht ausgetragen werden konnte. Caviezel hätte sich während diesem fünfminütigen Vortrag Härters wohl gerne noch ein Weizenbier gegönnt, doch wie in der Gastwirtschaftsbranche nichts neues, hat Corona nun auch diverse unihockeyanischen Hotdogstände vertrieben. Ausser dünner Luft und Maskenball gab es im Farlifang heute nicht vielmehr zu sehen.

Absolut gar nichts zu holen gab es für die Lions leider im zweiten Spielabschnitt. Caviezel hatte dies in der ihm noch verbliebenen Pausenzeit messerscharf analyisiert: Mit Ball mutlos und zu fehlerhaft,  in der Verteidigung klaffte zu oft eine grosse Lücke zwischen Gegner und dem entsprechenden gelbschwarzen Spieler. Daraus resultierte viel Frust, noch mehr Verunsicherung und eine Torflut, die Seinesgleichen suchte. Mit 2:9 (!) ging es in die zweite Pause. Man erkannte immer mehr, dass die Lions auch an diesem Tag von einem Sieg soweit weg waren wie Saudi Arabien von ihrem ersten Kirchenbau. Leider schaffte man es kaum die wenigen Chancen in Tore umzumünzen, einzig Verteidiger Haab gelang noch der zweite Treffer.

Immerhin, im letzten Drittel fingen sich entweder die Lions oder Embrach schaltete einen Gang zurück. Sowohl Caviezel und Härter blieben dieses Mal bis zum Schluss Zuschauer der Partie, verdrückten sich aber beim Schlusspfiff sogleich wieder Richtung Tiefgarage. Die Gelbschwarzen taten es ihnen gleich, denn in Zumikon galt: "Duschen verboten".

Die Lions müssen sich einmal mehr gehörig an der eigenen Nase nehmen und sowohl im Spiel mit Ball mehr Mut beweisen, den Ball endlich wieder schneller weiterspielen und in der Defensive Verantwortung übernehme, sprich statt zahmem Stubentiger auch mal die scharfen Krallen ausfahren. Deshalb wird nächsten Mittwoch auch Caviezels Bruder mit dem Schleifstein im Training vorbeikommen.

Nächste Station in zwei Wochen übrigens - eben täglich grüsst das Murmeltier - Embrach. Aber für einmal mit einem anderen Gegner, nämlich den ewigen Rivalen aus Schaffhausen. Einfach wird das nicht, aber machbar ist es allemal.